12. August 2018

Alles Liebe!?

Zu „Rhein in Flammen“ 2018 feiern die Koblenzerinnen und Koblenzer mit zahlreichen Gästen an diesem Wochenende und am Sonntag ihr Sommerfest. Ein frohes und lebendiges Fest, mit viel Musik und Spaß, mit Freude und Leichtigkeit. Auch die Christinnen und Christen unterschiedlichster Kirchen mischen sich unter die Feiernden und laden am Sonntag zu einem ökumenischen Gottesdienst ein, der nicht in einer Kirche stattfindet, sondern unter freiem Himmel, auf der Golden Stage, der Goldenen Bühne am Deutschen Eck. Wenn dort ab 10.00 Uhr gesungen und gebetet, gelacht und gefeiert wird, dann ist jede und jeder eingeladen, dabei zu sein, Platz zu nehmen, zu verweilen oder vielleicht auch nur im Vorbeigehen einen Gedanken oder ein Lied aufzunehmen. In diesem Jahr steht der Gottesdienst unter dem Leitwort „Alles Liebe!?“. Ein Wort, eine Frage, eine Redewendung. Gemeinsam wollen wir der Liebe auf die Spur kommen. Liebe, das ist ein sehr strapaziertes Wort. Im privaten und öffentlichen Leben, in den Medien und in der Literatur. „Besser ein Gericht Gemüse, wo Liebe herrscht, als ein gemästeter Ochse und Hass dabei“. Ein Wort aus dem Alten Testament. Hass und Liebe sind die großen Gegensätze. Christinnen und Christen sind der Liebe verpflichtet. „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“, sagt Jesus von Nazareth. Besonders sichtbar wird Liebe, wenn zwei Menschen zueinander JA sagen und damit auch Verantwortung füreinander übernehmen. Unvergesslich die flammende Predigt des afroamerikanischen Bischofs Michael Curry bei der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle. Der Bischof zitierte dabei auch den Bürgerrechtler Martin Luther King, dessen Worte bis heute nachklingen und an Aktualität nicht verloren haben: „Wir müssen die Macht der Liebe entdecken, die erlösende Macht der Liebe, und wenn wir das tun, dann erschaffen wir aus der alten Welt eine neue Welt. Liebe kann helfen und heilen, wenn nichts anderes das vermag!“. Gegen Hassbotschaften, gegen neu aufkommenden Rassismus, gegen Abschottung und Abgrenzung die Botschaft der Liebe setzen; gegen die Verrohung der Sprache die Sprache der Liebe setzen: das ist und bleibt der Auftrag Jesu und das besonders an die Menschen, die seinen Namen tragen. 

Ralf Staymann, Pfarrer Alt-Katholische Pfarrgemeinde St. Jakobus Koblenz