12.01.20

Taufe des Herrn: Wir sind Königskinder!

Spätestens mit diesem Sonntag beginnt wieder der Alltag. Die meisten Urlaube sind zu Ende.
Die Kirche hat aber noch einen „Weihnachts-Nachschlag“ für uns. Heute wird von der Taufe des Herrn, von der Taufe Jesu, berichtet. 

Bei dem Evangelisten Matthäus heißt es kurz und knapp: 
Jesus kam von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.

An Weihnachten hören wir, wie die Hirten und besonders die hl. drei Könige in dem neugeborenen Kind in einem Stall den Sohn Gottes erkennen.  In dem Erkennen von Jesus als Sohn Gottes öffnet sich für sie der Himmel. 33 Jahre später, entscheidet Jesus sich, wie viele andere auch, die Taufe von Johannes zu empfangen. Und dann passiert inmitten der Menge derer, die mit ihm am Jordan sind, eine Offenbarung, eine Bestätigung, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes ist. In Gestalt einer Taube kommt der Geist Gottes auf Jesus herab und bezeugt wie damals Hirten und Könige: Jesus ist der Sohn Gottes.

Wenn wir getauft werden öffnet sich der Himmel normalerweise nicht sichtbar. Aber das Zeichen der Taufe macht deutlich, dass wir mehr sind als nur das Kind unserer Eltern. Bei der Taufe ist uns die Namensgebung sehr wichtig – das Kind soll einen möglichst unverwechselbaren Namen bekommen, den die Eltern in der Regel mit viel Liebe ausgewählt haben. Aber wir werden auch getauft „im Namen des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes“. 

Und damit zeigt jede Taufe:
Wir sind geliebte Kinder Gottes und wir werden bei der Taufe gesalbt mit dem Öl, mit dem auch Königinnen und Priester gesalbt werden. Bei jeder Taufe geht im übertragenen Sinn der Himmel auf und zeigt uns: so hat Gott uns Menschen gemeint; einmalig, kostbar und geliebt.
Dorothee Sölle sagt: Die größte Sünde des Menschen ist es, zu vergessen, dass wir Königskinder sind.
Und  wir sind Königskinder weil wir Gotteskinder sind.
Daran erinnert uns dieser Sonntag am Ende der Weihnachtszeit und mit dieser Zusage können wir in unseren Alltag gehen. 

Marianne Krämer-Birsens, Gemeindereferentin